Künstler picknickten am Museum – Meller Kreisblatt 22.06.10
Von admin | 28.Juni 2010
Von Petra Ropers, Neuenkirchen
Die Vögel singen über sorgsam ausgebreiteten Decken. Die Sonne spiegelt sich in rot funkelndem Wein. Und das Rauschen der Baumwipfel begleitet den entspannten Genuss inmitten der Idylle: Ein Picknick ist seit alters her der Inbegriff von Romantik und Naturverbundenheit. In Neuenkirchen inspirierte es am Montag Kunstschaffende und Kunstliebende zu einem bislang einzigartigen Projekt.
Das künstlerische Picknick bildete den Auftakt zu den „Vier Jahreszeiten“, die auf den Spuren des Malers Sigmund Strecker eine Brücke über die vermeintlich fest gefügte Grenze des Teutoburger Waldes hinweg bauen. Mit dem „Blauen Teuto“ wurde der Höhenzug zum Synonym für das Werk des Künstlers, der selbst beiderseits der Landesgrenze beheimatet und in der Region verwurzelt war. Im Neuenkirchener Sigmund-Strecker-Museum gab Bernhard Strecker den Bildern und Skulpturen seines Vaters Raum, die von einer tiefen Liebe zur Natur und zum Reichtum der über Jahrtausende gewachsenen Kulturlandschaft zeugen.
Sigmund Strecker trieb diese Verbundenheit immer wieder mit seiner Staffelei hinaus. Am Montag folgte ihm der ostwestfälische Maler Wolfgang Meluhn gemeinsam mit einer gut gelaunten Runde von Künstlern und Picknickern. Auf Einladung von Bernhard Strecker breiteten sie ihre Decke an jenem stillen Fleckchen aus, das insgesamt vier Mal im Wandel der Jahreszeiten zum Schauplatz eines inspirierenden Picknicks werden soll. „Wolfgang Meluhn ist ein Maler im ursprünglichsten Sinne“, freute sich Bernhard Strecker auf die Impressionen des Ostwestfalen, der seine Eindrücke auf vier 1,70 mal 2,50 Meter großen Leinwänden festhält.
Wald und Feld, ein Gehöft in der Ferne, und nah bei die entspannte, von Musik, Poesie und launigen Gesprächen durchdrungene Szenerie des Picknicks: Eine Vielzahl von Anregungen fließt in die schnellen Pinselstriche ein, die ihrerseits zum Medium der Kunst und zur Inspiration werden – für die überregional renommierte Sängerin Anna Kathariina Hollmerus und den Sänger Luka Winkler, für den Poeten und Kabarettisten Robert Woitas und für die Kameras, die den gesamten Prozess in Film und Fotografien festhalten.
Der humorvolle Schlagabtausch zwischen Tee und Gebäck findet sich ebenso darauf wieder wie musikalische und poetische Einlagen oder spontane Annäherungsversuche an das dekorativ unter die Bäume transportierte Akkordeon. Ein bisschen verrückt, ein bisschen romantisch und dabei immer durchdrungen vom Zauber der Landschaft, der Sigmund Strecker mit klarem, komprimiertem Ausdruck ein Denkmal setzte.
In genau einem Jahr präsentiert sich das Projekt in der Orangerie Ostenwalde. Dann lädt der Kunst- und Kulturverein zum Abschlusspicknick ein. Die Besucher erwarten im Juni 2011 nicht nur die „Vier Jahreszeiten“ Wolfgang Meluhns. In einer poetisch-kabarettistischen Hymne auf den „Blauen Teuto“ bringt Robert Woitas seine Eindrücke des nicht alltäglichen Picknicks auf den Punkt. In klangvolle Melodien verwandeln Anna Kathariina Hollmerus und Luka Winkler die Jahreszeitlich kontrastierenden Picknicks.
Für den Kunst- und Kulturverein zeigte sich Barbara Mahnke schon zum Auftakt begeistert: „Ein sehr kreatives und schönes Projekt für die gesamte Region!“
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Stiller Schauplatz der Schönheit – Artikel Westfalen Blatt vom 12.4.2010
Von admin | 12.April 2010
Von Klaudia G e n u i t -T h i e s s e n H a l l e / N e u e n k i r c h e n (WB).
Mohn und Stockrosen, Äpfel und Gefäße, die in strenger Zeitlosigkeit zu schweben scheinen – das neue Strecker- Museum in Neuenkirchen ist drei Wochen nach seiner Eröffnung schon ein Platz der Ruhe. Fast 450 Besucher haben das »Haus der Bilder« für den Haller Maler Sigmund Strecker am Eröffnungswochenende besucht. Seitdem ist es stiller geworden auf der anderen Seite des »Blauen Teutos«, den Bauherr Bernhard Strecker, der Sohn des Künstlers, wie sein Vater als Brücke sieht. Nach den Osterferien, wo eine Reihe von Interessierten den Weg zu den Strecker-Bildern gefunden hat, ist Ruhe eingekehrt. Aber noch immer sind Handwerker mit der Fertigstellung des ungewöhnlichen Hauses wenige Schritte entfernt von der Neuenkirchener Kirche beschäftigt. Zwei Nebenräume in der ersten Etage werden derzeit noch ausgebaut. Eine »Ästhetik der Stille« beschwört Bernhard Strecker herauf. Der Architekt Strecker hat das Haus mit den erstaunlichen Sichtachsen und Fensteröffnungen, die einen Durchblick erlauben, zur Eröffnung vor allem mit »Bildern des Blühens« geschmückt, insbesondere mit Blumen, aber auch Stilleben und Landschaften, darunter viele kleinformatige Arbeiten. »Ich verstehe diese Kollektion als Antwort auf den Winter. Wir brauchen etwas, das unsere Sinne anspricht «, sagte Strecker jetzt im WB-Gespräch. Das Museum solle kein Schauplatz der Betriebsamkeit sein, sondern eher ein Ort der Kontemplation. Strecker: »Für mich ist das auch ein Experiment, in wie weit sich Stille und Schönheit auswirken in einer modernen, zeitgenössischen Architektursprache. Wir ermöglichen hier durch die äußerste Reduktion eine andere Begegnung mit der Malerei Sigmund Streckers. Die Ikonen zeigen ihr Geheimnis aus der Nähe, aber auch aus der Distanz heraus.« Mühle, Spieker, der ehemalige Schafstall in Halle, der später als Atelier diente, und schließlich das einstige Ackerbürgerhaus in Neuenkirchen – Bernhard Strecker zieht einen Strich unter die Dächer, unter denen die Bilder seines Vaters ihren intensiven Charme entfaltet haben und findet in der Summe eine große Nähe zu Landschaft, Landwirtschaft und Natur. Diese wird auch in Zukunft erhalten bleiben. Denn die Bilder des Blühens, die das Museum in diesem Frühjahr zeigt, sollen im Sommer abgelöst werden durch ein Kontrastprogramm, verrät Strecker schon etwas von seinen Plänen für das Haus. »Der blaue Teuto« gibt dabei das Thema vor: den Wald. Bernhard Strecker: »In Vorbereitung ist eine Ausstellung mit Fotografien aus einem anderen Teil Deutschlands. Die Schwarz- Weiß Bilder hat eine Fotografin nach dem Sturm Kyrill gemacht. Sie zeigen die Schönheit und Verführung des Schrecklichen«. Bernhard Strecker will sie zusammen mit anderen Arbeiten seines Vaters präsentieren und dabei dem Ziel des »Hauses der Bilder« folgen. Geöffnet ist donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.
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Bernhard Strecker erhält Stern der Woche für herausragendes kulturelles Engagement
Von admin | 27.März 2010
Für die Errichtung des Museums Sigmund Strecker zu Ehren seines Vaters erhält der Berliner Architekt Bernhard Strecker von den Zeitungen Neue Westfälische (NW), Lippische Landes-Zeitung (LZ) und Haller Kreisblatt (HK) den Kulturstern der Woche verliehen.
Wir zitieren an dieser Stelle den Artikel aus der NW vom 27. März 2010 von Nicole Donath.
“Bernhard Strecker ist Architekt und
Professor der Architektur. Hauptsächlich lebt er in Berlin und im Wesentlichen hat sich der 69-Jährige mit Brückenbau oder Städteplanung beschäftigt. Er war Gastprofessor an den Kunsthochschulen in New York und Hamburg. Jetzt hat er in Melle-Neuenkirchen ein Meisterstück in einer anderen Dimension angefertigt. Strecker hat für die Bilder seines Vaters, den Haller Maler Sigmund Strecker (1914-1969), ein ehemaliges Ackerbürgerhaus, von außen schäbig und von innen verbaut, von Grund auf umgebaut.
Als Vorbild diente das private “Sir John Soane’s Museum” in London. Zwar hätte auch die Stadt Halleüber ein eigenes Strecker-Museum verfügen können, jetzt steht es eben in Neuenkirchen, jenem weiteren Schaffensort seines Vaters.
Nahe der Kirche fügt sich das mittlerweile mit Holz vertäfelte Haus perfekt zwischen seine alten Nachbarn ein. Innennen taucht der Besucher in eine andere Welt. In eine Vielfalt von Sichtbeziehungen und korrespondierenden Achsen, die sich sukzessive erschließt. Ein Haus mit hoher innerer räumlicher Komplexibilität und raffinierten Blickwinkeln, die den Besucher immer wieder aufs Neue staunen lassen und unerwartete Perspektiven eröffnen. Und eine würdige Heimstatt für die Werke des Vaters. Diese Intiative ist uns einen Stern der Woche wert. (nic)”
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Eröffnung Sigmund Strecker Museum – Harmonie von Malerei und Architektur
Von admin | 27.März 2010
Harmonie von Malerei und Architektur – Artikel aus dem Meller Kreisblatt vom 22.03.10 von Marita Kammeier
Farben wie Poesie – Landschaftsbilder, Blumen, Äpfel, Vasen und Krüge – das ist Sigmund Strecker (1914–1969). Wie viele Maler fand er zu Lebzeiten wenig Anerkennung. Sein Sohn Bernhard baute ihm jetzt ein kleines feines Museum mit vielen architektonischen Finessen und wählte für die erste Ausstellung – passend zum Frühling – viele Blumenmotive aus dem umfangreichen Kunstschatz seines Vaters.

Auf großes Interesse bei den Kunstfreunden stieß das neue Sigmund-Strecker-Museum am Eröffnungstag. Es zeugt vom gelungenen Einklang von Malerei und Architektur. Fotos: Marita Kammeier
Mit Texten aus den Briefen von Paul Cézanne begann die stimmungsvolle Eröffnungsfeier des neuen Sigmund-Strecker-Museums, an der fast 200 Besucher teilnahmen. Über die Melancholie eines Apfels, die Liebe der Sonne, göttliches Farbenprisma schrieb der Maler und diente damit als künstlerisches Vorbild für seinen Kollegen aus Melle. Beide bevorzugten realistische Motive wie Blumen, Obst und Landschaften, ähnliche Farbelemente und legten einen langen beschwerlichen Weg zurück bis zur Anerkennung ihrer Werke. Strecker zog nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft zunächst nach Neuenkirchen und Melle, um später mit seiner Familie Haus und Atelier nach Halle in Westfalen zu verlegen.
Ortsbürgermeister Volker Theo Eggeling erinnerte in seiner Rede an die erneute Präsenz des Malers durch seine Kinder und Enkel. Besonders freute er sich über das glänzende unerwartete Geschenk eines Museums, dass die Einheimischen noch gar nicht realisiert haben. „Als Geheimtipp wird es weit über die Region hinaus strahlen“, betonte der Neuenkirchener. Die uralte Kirchenburg im Rücken, steht das Museum zwar in Neuenkirchen, aber in Grenzlage über die sanften Hügelketten – Eggeling sprach von toskanisch anmutenden Höhen – über den Teutoburger Wald nach Halle.
Aus dieser westfälischen Stadt, in der das Atelier mit einem Großteil der Bilder noch heute steht, kam die Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. Auch sie begrüßte den Standort der Kunst mit Inspirationen und neuen Ideen. Die positive Wirkung der Bilder spürte sie bereits in ihrem Büro, wo eines der Strecker’schen Bilder hängt.
Nachbar Karl-Friedrich Freiherr von Richthofen sieht das Museum als den Impuls gebenden Ort der Kultur und lobte die Visionen, die Kreativität und die Beharrlichkeit des Erbauers bei diesem ehrgeizigen Projekt.
Bernhard Strecker ermunterte das Publikum, sich beim Rundgang Zeit zu nehmen und in den Dialog mit der Kunst zu treten: „Die Kräfte und Energien der Bilder übertragen sich.“ Und tatsächlich – das stimmungsvolle Ambiente, die verwinkelte raffiniert ausgeklügelte Architektur und die beeindruckende Malerei beruhigten die Sinne und gaben neue Anregungen.
Ähnlich wie bei den Bildern von Cézanne beschränkte auch Strecker die Farbpalette im Wesentlichen auf vier Farben: Ocker, Blau, Grün und helles Violett-Rosa bis zum Orange-Rot. Die Farbfelder sind oft aus parallelen Pinselstrichen zusammengesetzt. Einige sind mit dem Spachtel gemalt, einem Handwerkszeug, das den Künstler zu noch größerer Vereinfachung und Konzentration in Form- und Farbgebung zwang.
Im Farbaufbau mit vielen Blau- und Grüntönen in allen Schattierungen enthalten die Bilder einen ruhigen Rhythmus. Das gibt besonders bei den Landschaftsbildern eine besondere Note mit eigener Festigkeit. Die Kunstwerke zeigen eine große Harmonie parrallel zur Natur und Umgebung des Museums.
Kurz vor seinem Tod mit 55 Jahren versuchte der Künstler in einem letzten Akt der Schaffenskraft und wohl auch der Verzweiflung, etwas Neues mit Tonfiguren zu gestalten. So waren sein letztes Werk im Jahre 1969 zwei Mädchenfiguren, die ein Gefäß auf dem Kopf tragen.
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Eröffnung Sigmund Strecker Museum – Bewegende Momente der Stille
Von admin | 27.März 2010
Bewegende Momente der Stille – Artikel aus dem Meller Kreisblatt vom 23.03.10 von Marita Kammeier
Stimmungsvoller kann ein Sonntagmorgen nicht eingeläutet werden: Im Rahmen der Eröffnungsfeiern des Sigmund- Strecker-Museums hatte Bernhard Strecker zur Matinee in das neue Kunstmuseum eingeladen, und alle kamen. Bewegende Momente der Stille mit Gesang, Musik und schönen Geschichten erlebten Kunst- und Kulturfreunde von nah und fern.

Gutes Team: Mit lebendiger Gitarrenmusik erfreuten Heike Nolden und Tania Timpone. Foto: Marita Kammeier
„An deiner Nase sind die blau-grünen Schattierungen noch nicht richtig herausgearbeitet“, hörte Ivo Strecker als Kind beim stundenlangen Modellstehen für seinen Vater. Der Maler nahm den Sohn nur abstrakt wahr, konzentrierte sich ganz auf die Farben, die er liebte und denen er sehr nah war. Die Texte lassen erahnen, dass es nicht immer einfach war, der Sohn des Malers zu sein. Mit viel Verständnis und Liebe für seine Eltern erzählte er aus seiner Kindheit und brachte die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln.
Zwillingsbruder Bernhard Strecker erinnerte an die vielen lieben Menschen, die beim Entstehen des Kunsthauses mithalfen und so den Werken des Vaters späte Würdigung und Respekt ermöglichten. Der Künstler malte im Einklang mit dem dörflichen Leben und den Generationen. Dieser Aspekt spiegelt sich auch in der kunstvollen Architektur des Museums mit vielen Winkeln und zauberhaften Facetten wider.
„Das Haus lebt mit den Werken Streckers“, erklärte Christina Tiemann, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Melle. In ihrer Rede sprach sie von einem Novum im Stadtbild mit kulturellen Genüssen, das die Kunstgeschichte in den niedersächsischen und westfälischen Raum holt.
Im stimmungsvollen Ambiente des Museums erlebten die Besucher einen anregenden Wechsel aus Prosa und Musikeinlagen. Den perfekten Rahmen gaben der Matinee die Ruhe ausstrahlenden Kunstwerke mit ihren kraftvollen Farben.
Mit klangvoller ausdrucksstarker Stimme erfreute Anna-Katharina Hollmerus die Zuhörer. Ihr Repertoire der finnischen und norwegischen Lieder versetzte in einen märchenhaften Zustand der Trance. Vom Dachboden ertönte das Spiel der Geige, und langsam kam Peter Bayreuther die Stiegen herab. Das Gitarrenspiel von Heike Nolden und Tania Timpone rundeten das Gesamtkunstwerk ab. Wie sagte Ivo Strecker in seinem Diskurs über Kunst und Ästhetik so treffend: „Die Kunst des Lebens besteht darin, eine harmonische Welt zu schafften.“ Das haben die Söhne des Malers mit dem bezaubernden Kunstmuseum erreicht.
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Eröffnung Sigmund Strecker Museum – Kunstwerk aus Bildern und Architektur
Von admin | 27.März 2010
Kunstwerk aus Bildern und Architektur – Artikel vom 22. März 2010 Westfalen-Blatt von Klaus-Peter Schillig Halle
Die Brücke über den »blauen Teuto«, sie funktioniert schon so, wie ihr Erfinder es sich vorstellt. Viele Kunstfreunde, ehemalige Nachbarn und Bekannte aus Halle haben am Wochenende die Eröffnung des Museums für den Maler Sigmund Strecker im Meller Ortsteil Neuenkirchen miterlebt.

ein Ehrenplatz für die spontane Leihgabe: Bernhard Strecker, Bauherr des Museums und Hüter des Nachlasses seines Vaters Sigmund, zeigt das Protrait von der Tochter Rolf Müllers. Das Bild ist spontan bei einem Besuch in Halle entstanden.Foto: Klaus-Peter Schillig
Strecker ist nach dem Krieg mit seiner Familie nach Neuenkirchen gekommen, hat dort »Munterkeit ins Land gebracht«, wie Karl-Friedrich Freiherr von Richthofen in seiner Rede am Samstag in einem Rückblick erzählte.
Von 1950 lebte und arbeitete Strecker größtenteils in Halle, wo sein Atelier auch heute noch so erhalten ist, wie er es bei seinem Tod 1969 zurückgelassen hat. »Jetzt sind die Streckers wieder angekommen, wo die Familie nach dem Weltkrieg Wurzeln schlug«, schloss der Freiherr seine Rede. Von Richthofen ist Eigentümer von Schloss Königsbrück, wo im vergangenen Jahr eine große Gesamtschau mit Werken von Sigmund Strecker zu sehen war. 2000 Besucher wurden hier gezählt.
Auf ähnliche, möglichst noch größere Resonanz hofft Bernhard Strecker nun auch mitten in Neuenkirchen. Hier hat der Architektur-Professor im Ruhestand ein altes Kötter- und Handwerkshaus erworben und auf eigene Kosten als Museum für seinen Vater umgebaut und will die Brücke schlagen zum Atelier in Halle. Das Ergebnis wurde mit großem Staunen und mit noch größerem Beifall aufgenommen.
Die Anlage des Hauses mit seinen Sichtachsen und den vielen Fenstern, die Präsentation der Bilder an den weißen Wänden, wurde durchweg lobend begutachtet. Neuenkirchens Ortsbürgermeister Volker Theo Eggeling fasste es in Worte: »Die Werke Sigmund Streckers und die Architektur Bernhard Streckers haben sich hier zu einem neuen Kunstwerk verbunden.« Der Standort des Museums habe durchaus seinen tieferen Sinn.
Streckers Hauptwerke seien ästhetisch dem ländlichen Raum verbunden, das Gebäude selbst wende sich, mit der Kirchenburg im Rücken, nach Süden über die sanften Hügelketten hinweg zum Teutoburger Wald und hinüber nach Halle.
Neuenkirchens Bürgermeister bezeichnete das Museum als »neuen nordwestdeutschen Geheimtip«. »Wer dieses neue Haus der Bilder entdeckt, kommt ins Schwärmen. Selbst viele Neuenkirchener müssen erst einmal begreifen, welchen Schatz sie künftig in ihren Mauern besitzen.«
Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann musste einräumen, dass es in Halle einige lange Gesichter gegeben habe, als der Museumsbau in Neuenkirchen bekannt geworden sei. »Da ist etwas Neid aufgekommen«, berichtete sie über die Reaktion auch einiger Kommunalpolitiker. »Wir haben in Halle aber auch ein Kleinod, von dem viele nichts wissen. Und wir haben es zu schätzen gelernt, dass ein solcher Künstler bei uns gewirkt hat und seine Arbeitsstätte erhalten geblieben ist.«
Wesselmann bedauerte nur, dass man diesem Kleinod, dem ehemaligen Atelier in Halle, nicht genug Raum gelassen habe. Große Häuser seien mit wenig Abstand rundherum entstanden. Den Weg über den blauen Teuto, wie Strecker ihn in seinen Bildern wiederholt dargestellt hat, bezeichnete Halles Bürgermeisterin als wirklich kurze Verbindung. »Ich hoffe sehr, dass diese Verbindung auch gelebt wird. Hier wird Sigmund Strecker wieder lebendig und greifbar.«
Warum Bernhard Strecker gerade bei diesem Haus mitten in Neuenkirchen spontan zugegriffen hat, erzählte sein älterer Bruder Christoph. Seine beiden jüngeren Zwillings-Brüder Bernhard und Ivo seien gleich nebenan in den Kindergarten gegangen, er selbst ganz in der Nähe in die Schule.
Ein Stück Vergangenheit kam noch ganz unverhofft hinzu. Rolf Müller aus Sennestadt war eigens am Samstag zur Eröffnung gekommen und hatte als Leihgabe eine Zeichnung seiner Tochter mitgebracht. Die hatte Sigmund Strecker angefertigt, als Müller bei den Streckers in Halle zum Essen eingeladen war – und das damals kleine Mädchen mitgebracht hatte.
Die Öffnungszeiten: immer donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.
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Feierliche Eröffnung des Sigmund-Strecker-Museums in Neuenkirchen
Von admin | 27.März 2010
Ein Juwel verbindet -Artikel aus dem Haller Kreisblatt vom 22. März 2010 von Rolf Uhlemeier
Ein bisschen missmutig nippt Ivo Strecker an seinem Glas Wasser und blickt auf die vielen Kunstfreunde aus nah und fern, die zur Eröffnung des Sigmund- Strecker-Museums ins beschauliche Neuenkirchen gekommen sind. Gern hätte der Ethnologe die Gäste weiter mit auf die Reise in die Welt des heimischen Künstlers genommen, hätte ihnen im Dialog noch tiefe Einblicke in das Leben, das Schaffen und in die Gedanken seines Vater vermittelt. Doch Bruder Bernhard mahnt zur Eile, will den offiziellen Teil der Matinee am Sonntagmorgen zum Ende bringen. Der Architekt möchte den Gästen die Möglichkeit geben, sich mit dem Werk des Haller Künstlers beim Gang durch das wundervolle Kleinod heimischer Kunst auseinanderzusetzen. 
So hatte alles seinen Raum bei der großartigen Eröffnung der liebevoll hergerichteten Heimstadt der Werke des Künstlers, der zu beiden Seiten des Teutoburger Waldes gelebt und gewirkt hat. Bei der offiziellen Eröffnung am Samstag hatten Melles Bürgermeister Volker Theo Eggeling und Halles erste Bürgerin Anne Rodenbrock- Wesselmann das Wort und würdigten das Werk des Künstlers, der in beiden Städten zu Hause war. Für Volker Theo Eggeling ist dasMuseum„ein Juwel, das Melle und Halle verbindet“ . Dieser Geist, er war auch am Sonntag bei der feierlichen Matinee zu spüren – er war zu spüren, als Ivo Strecker in das Leben seines Vaters eintauchte, als Anna-Katariina Hollmérus aus Halle, begleitet von Christian Beckers am Keybord, den großen, zentralen Raum des Museums mit zarten, kristallklaren nordischen Gesängen erfüllte und als Heike Nolden aus Neuenkirchen zusammen mit Tania Timpone den offiziellen Teil der Matinee mit gefühlvollen Gitarrenklängen zumEnde führte.
Dazwischen hatte Geigenvirtuose Peter Bayreuther aus Melle die Besucher mit auf eine außergewöhnliche Klangreise genommen, die in einem fernen Winkel des altehrwürdigen Gebäudes begann und auch dort endete.
Die hellen Räume, die nach Süden hin den Blick in Richtung Teuto erlauben, hinter dem sich in Halle nach wie vor das Atelier von Sigmund Strecker befindet, sind wie geschaffen für die Präsentation der Werke des eigenwilligen Malers. Wie kleine Teile, wie Fraktale des großen Ganzen, zeigen die Bilder Landschaften, Stillleben und Kompositionen, wie sie für ein kleines, ländliches Dorf wie Neuenkirchen typisch sind.Wenn man aus dem Fenster schaut, dann sieht man sie, die Farben, die Schatten, das Universum im Kleinen, das Sigmund Strecker auf Leinwand gebannt hat.
Tragisch, dass ihm das, was er zeitlebens so liebte, letztlich zum Verhängnis wurde. „Als die Farben synthetisch hergestellt und damit günstiger wurden, ist er regelrecht darin eingetaucht“, erklärte Ivo Strecker. Die darin enthaltenen Schwermetalle besiegelten – wie bei so vielen Künstlern seiner Zeit – das Schicksal von Sigmund Strecker (1914–1969).
Zeitlebens hatte der heimische Künstler eine besondere Sicht auf die Welt, lehnte als Pazifist und Freund der Natur die erneute Bewaffnung der Republik nach dem2. Weltkrieg ebenso ab wie die Auswüchse der Wegwerfgesellschaft, beschäftigte sich mit Ökologie, bevor es die Grünen überhaupt gab.
Bei seiner Arbeit versank er tief im Meer der Malerei, in das ihm seine Mitmenschen nicht folgen konnten. Dabei liebte er die Langsamkeit des Landlebens. Eine Langsamkeit, die nach den Tagen der offiziellen Eröffnung auch wieder in das altehrwürdige Museumsgebäude in Neuenkirchen einziehen wird. – Dann, wenn Kunstfreunde aus nah und fern nicht in hellen Scharen in den kleinen Ort an der Ländergrenze kommen, sondern in Stille und Einkehr die Bilder des großen Malers aus Melle und der Lindenstadt betrachten, sich von Farbnuancen, Schatten, Perspektiven verzaubern lassen und das Werk von Sigmund Strecker in Gesprächen zum Leben erwecken.
Geöffnet ist das Museum im ehemaligen Ackerbürgerhaus in Melle-Neuenkirchen, Alte Bielefelder Straße 11, von donnerstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.
Quelle Lokalnachrichten: Haller Kreisblatt
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Reinheit seiner Malerei passt zum Gebäude – Artikel aus dem Meller Kreisblatt vom 5.3.10
Von admin | 9.März 2010
„Reinheit seiner Malerei passt zum Gebäude“
Von Christoph Franken
Neuenkirchen.
Nach der Entdeckung des Gesamtwerkes des Meller Malers Sigmund Strecker (1914–1969) und dessen viel beachteter Präsentation 2009 auf Schloss Königsbrück sowie einer Strecker-Ausstellung vergangenen Monat in Berlin (wir berichteten) wartet Streckers Sohn Bernhard nun mit einer weiteren Überraschung auf: In Neuenkirchen entsteht ein Sigmund-Strecker-Museum, das am 20. März offiziell eröffnet wird.
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| Die Design-Praktikantin Ruth von Borstel präsentiert hier im neuen Museum ein Bild von Sigmund Strecker. Foto: Christoph Franken |
Bernhard Strecker ist in Berlin nicht nur als der „poetische Architekt“ bekannt, der sich nach der Wiedervereinigung auch als Stadtplaner für die Bundeshauptstadt einen Namen gemacht hat, sondern auch als Erbauer bekannter Berliner Brücken. „Ich verstehe mich auch sonst als Brückenbauer und möchte in Neuenkirchen mit dem Museum für meinen Vater eine Brücke über die Landesgrenze schlagen, denn auch in Bielefeld, Werther und Halle war er künstlerisch tätig.“
Nicht zuletzt die Unterstützung, die ihm unter anderem vom Ehepaar von Richthofen und der Meller Stadtverwaltung im Vorfeld der großen Werkschau auf Schloss Königsbrück zuteil wurde, veranlasste den preisgekrönten Architekten, das Museum in Neuenkirchen zu errichten. Dazu kaufte er ein Gebäude an der alten Bielefelder Straße, das zuvor als Wohnhaus genutzt worden war. „Es war fürchterlich heruntergekommen sowie von außen und innen verhunzt und verbaut“, berichtete Strecker.
Da es sich aber um das vermutlich älteste ehemalige Ackerbürgerhaus an der Straße handelte, das bereits Mitte des 18. Jahrhunderts dort stand, sanierte es der Berliner Architekt entsprechend behutsam. „Ich setze nicht auf Bruch und Revolution, sondern modernisiere so, dass Charakter und Persönlichkeit eines Gebäudes erhalten bleiben.“
Herausgekommen ist ein Haus, das sich unter anderem mit tief heruntergezogenen Fenstern und einem großen, transparenten Eingang nach außen bewusst öffnet. „Das wirkt auf den ersten Blick in einem Dorf, in dem sonst die Rollläden zu sind, etwas eigenartig. Aber ich bevorzuge hier bewusst die niederländische Art“, sagte Strecker. Im Inneren gelang es ihm, mit detailreichen und an der Historie des Hauses orientierten Umbauten kleine, aber feine Ausstellungsräume zu schaffen. „Das Haus ist die Visitenkarte einer Denkweise“, so der Architekt. Mit Bedacht hat er die Räume auf die Bilder und Skulpturen seines Vaters Sigmund zugeschnitten. „Die Reinheit seiner Malerei passt zum Gebäude“, erklärte er. So wie sein Vater in einem seiner Bilder die Natur des „Blauen Teuto“ besungen habe, so passe sich das Museum der Landschaft als „Toskana des Nordens“ und dem Gesamtkunstwerk von Sigmund Strecker an. Es gebe ihm den passenden Rahmen. „Kunst soll hier als Kunst wahrgenommen werden“, betonte Bernhard Strecker.
Er will die private und lichtdurchflutete Atmosphäre des Hauses künftig auch für Lesungen und Konzerte nutzen und denkt mittelfristig daran, es in den Kontext international bekannter Museen mit ähnlichem Konzept zu stellen. Strecker nannte das Mauritzhaus in Den Haag, die Frick-Collection in New York und das Soane Museum in London. Bei ihnen handelt es sich um Museen in Privathäusern mit ungewöhnlichen künstlerischen Kostbarkeiten.
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